Förderbeiträge und Steuererleichterungen begünstigen den Investitionsentscheid – und im Betrieb erhöht der Eigenverbrauch die Rentabilität. Wir erklären, wovon man aktuell profitieren kann.
In den letzten Jahren wurden die gesetzlichen Grundlagen für die Energieproduktion und -versorgung wiederholt angepasst, um der nationalen Energiestrategie gerecht zu werden. Die jüngste Neuerung ist die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG), die das Eigenverbrauchsmodell auf kommunaler Ebene erlaubt. Für Betreiber von PV-Anlagen ist daran finanziell interessant, dass sie Überschüsse im lokalen Umfeld absetzen und dafür einen Tarif verlangen können, der höher ist als die Rückvergütung für die Netzeinspeisung.
Ein direkter Absatz von Eigenstrom ist auch beim Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) respektive virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) gestattet. Im Gegensatz zur LEG ist der Direktabsatz faktisch an den Gebäudestandort gebunden, an dem der Solarstrom erzeugt wird. Beim Verkauf des Eigenstroms, zum Beispiel an die Wohnungsmieter, darf der Anlagenbetreiber in der Regel ebenfalls mehr für seine Energie verrechnen als bei der Netzeinspeisung.
Auch dies hat per 2026 geändert: Der Tarif für die Netzeinspeisung ist neuerdings schweizweit reguliert. Mindestens 6 Rp./kWh müssen bei kleinen Anlagen (mit Leistung unter 30 kW) vergütet werden. Einige Elektrizitätsversorgungsunternehmen bezahlen jedoch mehr, weil sie zusätzlich den Herkunftsnachweis abgelten. Die Vergütungstarife können quartalsweise ändern, weil sie an Marktpreise gebunden sind. Das Infoportal «pvtarif.ch» des Verbands unabhängiger Energieerzeuger (VESE) liefert jeweils aktualisierte Angaben für die einzelnen Versorgungsregionen.
Generell gilt für kleine bis mittelgrosse PV-Anlagen: Die Gestehungskosten für Solarstrom betragen zwischen 9 und 16 Rappen pro kWh, eingerechnet die Fördervergütung und die Steuerabzüge (siehe weiter unten). Weil Eigenstrom in der Regel günstiger ist als Strom aus dem Netz, erhöht der Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage.
Zu den grössten Stromverbrauchern im Wohnumfeld gehören die Wärmepumpe, das Elektrofahrzeug und die Haushaltsgeräte. Wird der Strombezug durch ein Energiemanagementsystem koordiniert, lässt sich der Eigenverbrauchsanteil im Eigenheimbereich von 20 auf rund 60 Prozent erhöhen.
Dieser Anteil lässt sich auch mit der Integration eines elektrischen Batteriespeichers steigern. Für die Wärmeerzeugung in der Nacht kann so beispielsweise eigener Strom bereitgestellt werden.
Die Preise für Heimspeicher sinken aktuell, wie der Solarmonitor 2026 von Swissolar zeigt. Eine Batterie mit 15 kWh Kapazität kostet heute inklusive Montage weniger als 9000 Franken. Aber: Selbst bei optimalem Speicherbetrieb dürfte der Preis für Batteriestrom etwa doppelt so hoch sein wie jener für Eigenstrom direkt vom Dach.
Seit 2026 dürfen Verteilnetzbetreiber die Anschlussleistung zur Stromeinspeisung einschränken. Verlangen sie eine Reduktion von mehr als 30%, werden zusätzliche Entschädigungen ausbezahlt. Einzelne Gemeinden und Städte erhöhen den Einspeisetarif mit einer Zusatzpauschale von 2 Rp/kWh.
Konstant geblieben sind dagegen die Fördermassnahmen des Bundes.
Das Fördersystem unterscheidet Vergütungen für kleine Anlagen mit Maximalleistung von 100 kW und grosse Anlagen ab dieser Leistungsschwelle. PV-Anlagen, die Strom für den Eigenbedarf erzeugen, werden generell mit einer Einmalvergütung finanziell unterstützt – unabhängig davon, ob sie an einem Gebäude integriert oder freistehend installiert sind. Jährlich stehen knapp 400 Millionen Franken für die Einmalvergütung neuer PV-Anlagen zur Verfügung. Die Fördergelder werden über die nationale Agentur Pronovo ausbezahlt.
Der Bau grosser Photovoltaikanlagen im alpinen Raum wird gesondert forciert: Bis zu 60% der Investitionssumme werden abgegolten. Ebenso hoch ist der Förderanteil für Photovoltaikanlagen mit einer Maximalleistung von 150 kW, die nur auf die Netzeinspeisung ausgerichtet sind. Für grössere Anlagen lässt sich eine alternative Förderung über die gleitende Marktprämie wählen.
In der Schweiz wird der Bau von Photovoltaikanlagen über Einmalvergütungen (EIV) wie folgt gefördert:
Zusätzlich werden Bonusbeiträge ausgerichtet für Anlagen mit fast vertikaler Ausrichtung der PV-Module (Neigungswinkel mindestens 75 Grad) und für Anlagen ab einer Leistung von 100 kW, die einen hohen Winterstromanteil (mindestens 500 kWh/kW) nachweisen respektive über einer Parkfläche installiert sind.
BFE-Faktenblatt «Förderung der Photovoltaik» (PDF)
Einige Kantone, Gemeinden und Elektrizitätswerke stellen zusätzliche Fördermittel zur Verfügung, um die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu fördern. Unterstützt werden zum Beispiel PV-Dächer, wenn die Gebäudehülle gleichzeitig energetisch saniert wird, oder eine Installation von Batteriespeichern. Die Plattform www.energiefranken.ch bietet sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen einen Überblick über die verfügbaren Energieförderprogramme. Dazu gibt man ganz einfach die Postleitzahl des Wohn- oder Standortes ein.
Unterhaltskosten (werterhaltende Ausgaben) sind aktuell vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig, Anlagekosten (wertvermehrende Investitionen) in der Regel nicht. Ausnahmen bilden Investitionen bei bestehenden Gebäuden. Dies gilt für Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und gewisse Energiesparmassnahmen. Bei der direkten Bundessteuer sind Investitionen in Photovoltaikanlagen abzugsberechtigt. Bei kantonalen Steuern ist ein Abzug bei bestehenden Gebäuden nur beim Ersatz von veralteten sowie bei der erstmaligen Installation von neuen Bauteilen möglich. Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts steht jedoch eine Praxisänderung bevor: Der Aufwand für Unterhalt und energetische Massnahmen kann bei Bundessteuern nicht mehr abgezogen werden.
Die kompetente Unterstützung durch Fachleute kann sich in mehrfacher Hinsicht auszahlen. Sie kennen sich mit Behörden und Ämtern aus und können die Bauherrschaft beim Einreichen von Gesuchen und Antragsformularen begleiten. Wer sich umfassend über Förderbeiträge informiert, seine Anlage durchdacht plant und durch Fachleute installieren lässt, schafft gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Lösung.
Meine Solaranlage in 7 Schritten